Das sind die 5 Berufe, in denen Menschen am häufigsten fremdgehen, laut Psychologie

Du sitzt bei einem Glas Wein mit deinen Freunden und plötzlich kommt die Sprache auf Untreue. „Der ist Pilot, kein Wunder dass er fremdgeht“, sagt jemand. „Ach was, Ärzte sind viel schlimmer!“ wirft ein anderer ein. Klingt nach Klischees? Ist es auch – aber diese Klischees haben einen wahren Kern, den die Wissenschaft mittlerweile ziemlich genau unter die Lupe genommen hat.

Spoiler Alert: Es liegt nicht daran, dass bestimmte Berufe Menschen automatisch zu Fremdgängern machen. Die Wahrheit ist komplizierter und gleichzeitig faszinierender. Lass uns mal schauen, was wirklich dahintersteckt, wenn Banker, Krankenschwestern und Handwerker in Untreue-Statistiken ganz oben stehen.

Warum dein Job mehr über dein Liebesleben verrät, als du denkst

Hier wird es richtig interessant: Dein Beruf formt dich mehr, als dir bewusst ist. Nicht nur deine Fähigkeiten oder dein Fachwissen, sondern auch deine Persönlichkeit und dein Verhalten in Beziehungen. Das zeigen mehrere Studien der letzten Jahre, die einen verblüffenden Zusammenhang zwischen Arbeitsplatz und Treue aufgedeckt haben.

Die Ashley Madison-Auswertung von 2019 – ja, die Seitensprung-Website – hat ihre Mitgliederdaten analysiert und dabei klare Muster entdeckt. Bestimmte Berufsgruppen waren deutlich überrepräsentiert. Aber bevor du jetzt alle Ärzte und Piloten verdächtigst: Die Sache ist komplizierter als gedacht.

Klaus Heer, ein erfahrener Paartherapeut, erklärt es so: „Der Beruf schafft Gelegenheiten und verstärkt bestimmte Persönlichkeitseigenschaften. Wer täglich Risiken eingeht oder mit vielen Menschen zu tun hat, überträgt dieses Verhalten oft auf andere Lebensbereiche.“

Platz 5: IT und Technik – Die unterschätzte Gefahr aus dem Homeoffice

Wer hätte gedacht, dass Programmierer und IT-Spezialisten auf der Untreue-Liste stehen? Klingt erstmal absurd – diese introvertierten Typen, die den ganzen Tag vor dem Computer sitzen? Aber genau da liegt der Haken.

Die Ashley Madison-Daten zeigen: Männliche IT-Profis sind überdurchschnittlich häufig in außereheliche Affären verwickelt. Der Grund ist nicht schwer zu erraten: Diese Branche lebt von flexiblen Arbeitszeiten, ständig wechselnden Projektteams und – besonders wichtig – einer hohen Online-Präsenz auch im Privatleben.

Denk mal drüber nach: Wenn du beruflich ständig im Internet unterwegs bist, fällt es dir leichter, auch privat online zu flirten. Die Anonymität des Netzes wird zur Gewohnheit. Hinzu kommt, dass IT-Profis oft experimentierfreudig und risikobereit sind – Eigenschaften, die in der Technikwelt geschätzt werden, in Beziehungen aber gefährlich werden können.

Das größte Problem? Die Work-Life-Balance ist in der Tech-Branche oft katastrophal. Wer 12 Stunden täglich an Projekten arbeitet, vernachlässigt automatisch die Partnerschaft. Und wenn dann noch attraktive Kollegen ins Spiel kommen, wird es heikel.

Platz 4: Finanz- und Bankwesen – Wenn Geld sexy macht

Hier bestätigen sich tatsächlich die Klischees: Banker, Investmentberater und andere Finanzprofis stehen ganz oben auf der Untreue-Liste. Die OnePoll-Umfrage von 2018 ergab, dass etwa 15% der Befragten aus diesem Bereich zugaben, schon einmal fremdgegangen zu sein. Das ist deutlich mehr als der Durchschnitt.

Der Grund ist so simpel wie erschreckend: Macht macht geil. Wer täglich Millionen bewegt und weitreichende Entscheidungen trifft, entwickelt ein Selbstbewusstsein, das auch auf andere anziehend wirkt. Psychologen nennen das den „Power-Effect“ – Menschen in Machtpositionen neigen dazu, Grenzen zu überschreiten und Risiken einzugehen.

Dazu kommt der Lebensstil: Lange Arbeitstage, teure Geschäftsessen, Networking-Events bis spät in die Nacht. Alles Gelegenheiten, um interessante Menschen kennenzulernen und intime Gespräche zu führen. Wenn der Partner zu Hause wartet, während du mit attraktiven Geschäftspartnern dinierst, ist die Versuchung groß.

Ein Banker aus Frankfurt erzählte mir mal: „Du gewöhnst dich daran, dass Leute zu dir aufsehen, weil du viel Geld verdienst. Irgendwann denkst du, du könntest dir alles erlauben – auch eine Affäre.“

Platz 3: Luftfahrt – Hochflieger mit niedrigen Moralvorstellungen

Das Klischee vom untreuen Piloten ist alt, aber immer noch wahr. Flugbegleiter, Piloten und anderes Flugpersonal sind in Untreue-Statistiken massiv überrepräsentiert. Die Ashley Madison-Auswertung bestätigt: Diese Berufsgruppe geht deutlich häufiger fremd als andere.

Die Gründe liegen auf der Hand – oder besser gesagt: in der Luft. Ständige Ortswechsel, Übernachtungen in fremden Städten schaffen perfekte Bedingungen für Seitensprünge. Wer in München lebt, aber regelmäßig in Hamburg, Berlin oder Paris übernachtet, kann problemlos ein Doppelleben führen.

Psychologisch interessant ist der sogenannte „Urlaubseffekt“: In fremder Umgebung verhalten wir uns anders als zu Hause. Lockerer, experimentierfreudiger, weniger kontrolliert. Was im Urlaub normal ist, wird für Flugpersonal zur beruflichen Routine.

Eine Flugbegleiterin aus München erklärte mir das Phänomen so: „Du lernst ständig neue Leute kennen – Kollegen aus anderen Städten, interessante Passagiere, Hotelpersonal. Und niemand aus deinem normalen Umfeld bekommt mit, was du machst. Das ist wie eine Parallelwelt.“

Platz 2: Handwerk und Baugewerbe – Harte Kerle, weiche Moral

Hier wird es richtig krass: Männer im Handwerk und Baugewerbe führen viele Untreue-Statistiken an. Verschiedene Umfragen kommen zu dem Ergebnis, dass bis zu einem Drittel der befragten Handwerker zugeben, schon einmal fremdgegangen zu sein. Das ist ein erschreckend hoher Wert.

Der Hauptgrund sind überholte Männlichkeitsbilder. In handwerklichen Berufen herrschen oft noch sehr traditionelle Vorstellungen davon vor, was einen „echten Mann“ ausmacht. Untreue wird teilweise als Beweis für Virilität und Erfolg bei Frauen gesehen. Diese Mentalität verstärkt sich durch die Gruppenkultur auf Baustellen.

Dazu kommt die Arbeitsrealität: Handwerker arbeiten oft in wechselnden Teams an verschiedenen Orten. Heute hier, morgen dort. Das bietet viele Gelegenheiten für Begegnungen außerhalb des gewohnten sozialen Umfelds. Unregelmäßige Arbeitszeiten und häufige Überstunden machen es außerdem leicht, Affären vor dem Partner zu verbergen.

Ein Elektriker aus Hamburg brachte es auf den Punkt: „Auf der Baustelle wird viel geredet. Wer keine Geschichten von anderen Frauen erzählen kann, gilt als Weichei. Da entsteht ein Druck, den nicht jeder aushält.“

Platz 1: Medizin und Gesundheitswesen – Wenn Helfer zu Heartbreakern werden

Plot Twist: Die größten Fremdgänger arbeiten dort, wo man es am wenigsten erwarten würde – im Gesundheitswesen. Ärzte, Krankenschwestern und anderes medizinisches Personal führen praktisch alle Untreue-Rankings an. Und hier kommt der Hammer: Besonders Frauen in medizinischen Berufen gehen überdurchschnittlich oft fremd.

Die ElitePartner-Studie von 2017 ergab schockierende Zahlen: 23% der befragten Ärztinnen und 19% der männlichen Ärzte gaben zu, schon einmal untreu gewesen zu sein. Bei Pflegekräften sieht es ähnlich aus. Das stellt alle Klischees über untreue Männer und treue Frauen auf den Kopf.

Warum ausgerechnet die Lebensretter? Die Antwort ist kompliziert: Medizinisches Personal arbeitet in extrem emotionalen Situationen. Sie sind täglich mit Leben und Tod konfrontiert, trösten Menschen in schweren Zeiten und erleben intensive Momente mit Patienten und Kollegen. Diese emotionale Intensität kann zu engen Bindungen führen, die professionelle Grenzen überschreiten.

Schichtarbeit ist ein weiterer Killer für Beziehungen. Wer unregelmäßig arbeitet, Nachtschichten schiebt und unter konstantem Stress steht, hat es schwer, eine stabile Partnerschaft zu führen. Gleichzeitig arbeiten Kollegen sehr eng zusammen – in Notfällen entstehen schnell intime emotionale Verbindungen.

Eine Krankenschwester aus Berlin erklärte mir: „Wenn du mit jemandem zusammen Menschenleben rettest, verbindet dich das auf eine Art, die dein Partner zu Hause nie verstehen wird. Manchmal wird aus dieser Verbindung mehr.“

Die Persönlichkeitsfalle: Warum bestimmte Typen bestimmte Jobs wählen

Jetzt kommt der wissenschaftliche Teil, der alles erklärt: Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen wählen gezielt Berufe aus, die zu ihnen passen. Wer risikofreudig ist, wird Pilot. Wer Macht liebt, geht in die Finanzbranche. Wer Aufmerksamkeit braucht, arbeitet im Gesundheitswesen.

Das Problem: Diese Eigenschaften, die beruflich von Vorteil sind, können in Beziehungen problematisch werden. Studien der Universität Mannheim zeigen, dass sich berufsspezifische Persönlichkeitsmerkmale mit der Zeit sogar verstärken. Ein Teufelskreis entsteht: Der Job macht dich zu dem, was du ohnehin schon warst – nur extremer.

Psychologen sprechen von „beruflicher Selbstselektion“: Extravertierte Menschen werden Flugbegleiter, machtorientierte Typen landen im Banking, hilfsbereite Personen gehen in die Medizin. Soweit, so gut. Problematisch wird es, wenn diese Eigenschaften außer Kontrolle geraten.

So schützt du deine Beziehung vor beruflichen Versuchungen

Bedeutet das jetzt, dass alle Ärzte, Handwerker und Banker automatisch fremdgehen? Natürlich nicht! Millionen Menschen in diesen Berufen führen glückliche, treue Beziehungen. Der Trick ist, die Risiken zu kennen und bewusst damit umzugehen.

  • Transparenz ist alles: Rede offen über deinen Arbeitsalltag, interessante Kollegen und emotionale Belastungen
  • Schaffe bewusste Paarzeit: Plane regelmäßige Zeiten ohne Smartphone und Arbeitsgedanken
  • Erkenne Warnsignale: Ständige Gespräche über Kollegen, viele ungeplante Überstunden oder Geheimniskrämerei sind rote Flaggen
  • Verstehe die Belastungen: Jeder Job hat seine Herausforderungen – erkenne sie an und unterstütze deinen Partner
  • Setze klare Grenzen: Definiere gemeinsam, was in eurer Beziehung okay ist und was nicht

Die Wahrheit über berufsspezifische Untreue ist ernüchternd und faszinierend zugleich. Sie zeigt, dass unser Arbeitsumfeld uns stärker prägt, als wir wahrhaben wollen. Aber sie ist auch ein Weckruf: Wer die Risiken kennt, kann bewusst gegensteuern. Denn am Ende entscheidet nicht der Beruf über die Treue, sondern wie wir mit den berufsbedingten Herausforderungen umgehen. Und das ist eine Entscheidung, die jeder von uns täglich neu treffen kann.

Welcher dieser Berufe schreit für dich am lautesten nach Affäre?
Pilot
Arzt
Banker
Handwerker
IT-Spezialist

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