Während sich Europa im November in die kältere Jahreszeit hüllt, erstrahlt die kenianische Küste in perfektem Reisewetter. Lamu Old Town, das UNESCO-Weltkulturerbe im Indischen Ozean, erwartet Paare mit einer Mischung aus orientalischem Zauber und afrikanischer Authentizität, die ihresgleichen sucht. November markiert den idealen Zeitpunkt für einen Besuch: Die großen Regenzeiten sind vorüber, die Temperaturen bewegen sich angenehm um die 28 Grad, und die Luftfeuchtigkeit bleibt erträglich.
Diese jahrhundertealte Swahili-Stadt auf der gleichnamigen Insel bietet Reisenden eine Zeitreise in eine Epoche, als arabische Dhows die Handelsrouten des Indischen Ozeans beherrschten. Schmale Gassen schlängeln sich zwischen historischen Steingebäuden hindurch, geschnitzte Holztüren erzählen Geschichten vergangener Zeiten, und der Duft von Gewürzen und Räucherstäbchen liegt in der salzigen Meeresluft.
Ein Wochenende zwischen Geschichte und Meer
Lamu Old Town verzaubert bereits beim ersten Schritt von der Anlegestelle. Autos gibt es hier nicht – stattdessen prägen Esel, Dhows und zu Fuß gehende Menschen das Straßenbild. Diese Autofreiheit verleiht der Stadt eine meditative Ruhe, die perfekt für romantische Spaziergänge zu zweit geeignet ist. Die Hauptstraße führt direkt ins Herz der Altstadt, wo sich das Leben zwischen Moscheen, Märkten und traditionellen Häusern abspielt.
Das Lamu Museum bietet einen faszinierenden Einblick in die Swahili-Kultur und die maritime Geschichte der Region. Für etwa 3 Euro Eintritt pro Person erfahren Besucher mehr über die Bedeutung der Dhow-Seefahrt und die kulturelle Verschmelzung von afrikanischen, arabischen und persischen Einflüssen. Die Ausstellung traditioneller Schmuckstücke und historischer Fotografien vermittelt ein lebendiges Bild der regionalen Geschichte.
Kulturelle Entdeckungen und authentische Begegnungen
Ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen offenbart die architektonischen Schätze der Stadt. Geschnitzte Türen und Balkone zeugen von der handwerklichen Meisterschaft vergangener Generationen. Besonders die Gegend um die Riyadha Moschee beeindruckt mit ihrer Mischung aus Wohnhäusern und religiösen Gebäuden. Respektvolle Besucher sind willkommen, sollten jedoch angemessene Kleidung tragen und die Gebetszeiten beachten.
Der lokale Markt bietet eine Sinnesreise durch Gewürze, frische Früchte und handgefertigte Gegenstände. Hier lässt sich authentisch einkaufen, ohne in Touristenfallen zu geraten. Besonders empfehlenswert sind die lokalen Datteln, Kokosnüsse und die berühmten Swahili-Gewürzmischungen. Ein kleiner Beutel mit lokalen Gewürzen kostet meist nicht mehr als 2-3 Euro und macht sich hervorragend als Souvenir.
Dhow-Fahrten bei Sonnenuntergang
Keine Reise nach Lamu wäre komplett ohne eine traditionelle Dhow-Fahrt. Diese historischen Segelboote können für etwa 15-20 Euro pro Boot (nicht pro Person) für eine zweistündige Fahrt gechartert werden. November bietet ideale Windverhältnisse für entspannte Fahrten entlang der Küste. Besonders romantisch wird es bei Sonnenuntergang, wenn sich der Himmel in warme Orange- und Rottöne taucht und sich im ruhigen Wasser spiegelt.

Praktische Spartipps für das perfekte Wochenende
Anreise und Transport
Die Anreise nach Lamu erfolgt über Manda Island Airport oder per Bus und Fähre von Malindi aus. Die Fährverbindung kostet etwa 1,50 Euro pro Person und bietet gleichzeitig die erste Gelegenheit, die Inselwelt zu genießen. Lokale Busse von Nairobi nach Lamu kosten rund 12-15 Euro pro Person und fahren über Nacht – eine abenteuerliche, aber günstige Alternative zum Flug.
Auf der Insel selbst bewegt man sich zu Fuß oder mietet ein traditionelles Boot für Ausflüge zu nahegelegenen Inseln. Esel-Taxis stehen für längere Strecken oder Gepäcktransport zur Verfügung und kosten meist nur wenige Euro.
Günstige Unterkünfte mit Charakter
Lamu bietet eine überraschende Vielfalt an budgetfreundlichen Unterkünften. Traditionelle Gästehäuser in umgebauten Swahili-Häusern bieten authentisches Ambiente für 25-40 Euro pro Nacht für ein Doppelzimmer. Diese familiengeführten Unterkünfte vermitteln oft den besten Einblick in die lokale Kultur und bieten persönliche Betreuung, die in größeren Hotels fehlt.
Viele dieser Gästehäuser verfügen über Dachterrassen mit Meerblick – perfekt für romantische Abende unter dem Sternenhimmel. Die Zimmer sind meist einfach, aber sauber eingerichtet und spiegeln den traditionellen Swahili-Stil wider.
Kulinarische Entdeckungen für kleines Budget
Die lokale Küche vereint afrikanische, arabische und indische Einflüsse zu einem einzigartigen Geschmackserlebnis. Straßenküchen und kleine Restaurants servieren authentische Gerichte für 3-6 Euro pro Person. Besonders empfehlenswert sind frisch gefangener Fisch mit Kokosnuss-Curry, Pilau-Reis und die süßen Mandazi-Krapfen zum Frühstück.
Frische Kokosnüsse direkt vom Baum kosten etwa 50 Cent und bieten eine erfrischende Abkühlung während der Erkundungstouren. Lokale Fruchtsäfte aus Mango, Papaya oder Passionsfrucht kosten selten mehr als 1 Euro und schmecken unvergleichlich intensiv.
November – der perfekte Reisemonat
Der November erweist sich als idealer Zeitpunkt für Lamu-Besucher. Die kurzen Regenzeiten sind vorbei, die Luftfeuchtigkeit ist erträglich, und die Temperaturen laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Gleichzeitig ist die touristische Hochsaison noch nicht erreicht, was sich positiv auf Preise und Atmosphäre auswirkt.
Die Meerestemperaturen um die 26 Grad laden zu spontanen Badepausen ein, während die konstanten Passatwinde ideale Bedingungen für Dhow-Fahrten schaffen. Fotografen profitieren vom klaren Licht, das die historischen Gebäude und die intensive Blaufärbung des Indischen Ozeans besonders eindrucksvoll zur Geltung bringt.
Ein Wochenende in Lamu Old Town kostet für Paare realistisch zwischen 80-120 Euro pro Person, inklusive Unterkunft, Verpflegung und Aktivitäten. Diese Investition belohnt mit Erinnerungen an eine der authentischsten und romantischsten Destinationen Ostafrikas – fernab von Massentourismus, aber voller kultureller Schätze und menschlicher Wärme, die noch lange nachwirken werden.
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