Wer ein iPhone besitzt, kennt das vermutlich: Apple kümmert sich ziemlich intensiv darum, dass iOS immer auf dem neuesten Stand bleibt. Was viele nicht wissen: Im Hintergrund läuft ein cleverer Mechanismus, der dafür sorgt, dass euer Gerät automatisch aktualisiert wird – oft ohne dass ihr aktiv etwas dafür tun müsst. Doch diese Automatik hat ihre Eigenheiten, und nicht jeder möchte die Kontrolle aus der Hand geben. Besonders mit iOS 18.4 hat Apple eine interessante Änderung vorgenommen, die einige Nutzer überraschen dürfte.
Wie Apple die Update-Strategie orchestriert
Apple hat in den neueren iOS-Versionen automatische Updates standardmäßig aktiviert oder reaktiviert diese gezielt. Mit iOS 18.4 reaktiviert Apple die Funktion zur automatischen Installation – selbst bei Nutzern, die diese zuvor bewusst deaktiviert hatten. Das klingt erstmal praktisch, und in vielen Fällen ist es das auch. Allerdings arbeitet diese Funktion nach einem ziemlich spezifischen Muster: Die Installation erfolgt ausschließlich über WLAN und nur dann, wenn das iPhone nachts am Ladekabel hängt. Diese Strategie ist durchaus durchdacht – Apple möchte vermeiden, dass Updates euer mobiles Datenvolumen belasten oder den Akku in ungünstigen Momenten leer saugen.
Der Zeitpunkt ist dabei kein Zufall. Nachts, wenn die meisten Menschen schlafen und ihr Smartphone ohnehin nicht nutzen, kann das System in Ruhe die neuen Dateien herunterladen, installieren und das Gerät neu starten. Morgens wacht ihr dann mit einem aktualisierten iPhone auf – theoretisch jedenfalls. In der Praxis gibt es aber einige Szenarien, in denen diese Automatik nicht optimal funktioniert.
Warum automatische Updates nicht immer die beste Lösung sind
Wenn ihr euer iPhone abends noch intensiv nutzt und es erst spät ans Ladegerät legt, oder ihr habt nachts kein WLAN zur Verfügung, weil ihr auf Reisen seid, bleibt das Update aus – und das kann sich über Wochen hinziehen, ohne dass ihr es bemerkt. Gleichzeitig kann es passieren, dass ein Update genau dann installiert wird, wenn ihr eigentlich früh aufstehen müsst und das Smartphone direkt nutzen wollt. Der Neustart dauert seine Zeit, und schon seid ihr im Stress.
Ein weiterer Punkt: Manche iOS-Updates bringen anfangs Kinderkrankheiten mit sich. Bugs, Performance-Probleme oder Kompatibilitätsschwierigkeiten mit bestimmten Apps können auftreten. Wenn das Update automatisch über Nacht eingespielt wird, steht ihr morgens vor vollendeten Tatsachen – ohne die Möglichkeit gehabt zu haben, erstmal abzuwarten und Erfahrungsberichte anderer Nutzer zu lesen. Das kann gerade dann ärgerlich sein, wenn ihr auf bestimmte Apps für die Arbeit angewiesen seid.
Die manuelle Kontrolle zurückgewinnen
Die gute Nachricht: Apple zwingt euch diese Automatik nicht auf. Mit wenigen Handgriffen könnt ihr die Kontrolle über eure iOS-Updates selbst übernehmen. Der Weg dorthin führt über die Einstellungen eures iPhones. Öffnet die Einstellungs-App, tippt auf Allgemein und dann auf Softwareupdate. Hier findet ihr die Option Automatische Updates, die ihr antippen müsst.
In diesem Menü seht ihr zwei Schalter: Automatisch laden und Automatisch installieren. Der erste sorgt dafür, dass Updates im Hintergrund heruntergeladen werden, während der zweite die automatische Installation steuert. Ihr könnt beide deaktivieren, wenn ihr die volle Kontrolle wollt, oder nur die Installation ausschalten und das Herunterladen aktiv lassen – so spart ihr später Zeit, wenn ihr euch für ein Update entscheidet. Gerade seit iOS 18.4 lohnt es sich, diese Einstellungen zu überprüfen, da Apple bei manchen Nutzern die automatische Installation reaktiviert hat.
Der goldene Mittelweg für bewusste Nutzer
Eine empfehlenswerte Strategie ist der hybride Ansatz: Lasst das automatische Herunterladen aktiviert, schaltet aber die automatische Installation aus. So wird euer iPhone im Hintergrund die Update-Dateien beziehen, sobald sie verfügbar sind, aber die Installation wartet auf eure Freigabe. Das bringt mehrere Vorteile mit sich.
Erstens könnt ihr den Zeitpunkt der Installation selbst bestimmen. Vielleicht habt ihr am Wochenende Zeit und Muße, das Update einzuspielen und anschließend zu testen, ob alles funktioniert. Zweitens könnt ihr euch vorher informieren – ein kurzer Blick in Tech-Foren oder Nachrichtenseiten verrät euch meist, ob ein Update problematisch ist oder nicht. Drittens vermeidet ihr böse Überraschungen an Werktagen, wenn ihr euer Smartphone dringend braucht. So bleibt ihr flexibel und behaltet trotzdem den Komfort, dass die Dateien bereits heruntergeladen sind.

Was ihr bei manuellen Updates beachten solltet
Wenn ihr euch für die manuelle Variante entscheidet, liegt die Verantwortung natürlich bei euch. Das bedeutet: Regelmäßig unter Einstellungen, dann Allgemein und schließlich Softwareupdate nachschauen, ob neue Versionen verfügbar sind. Apple kennzeichnet verfügbare Updates mit einem roten Badge auf dem Einstellungs-Symbol – das fällt also meist auf.
Besonders wichtig sind Sicherheitsupdates. Apple reagiert oft schnell auf entdeckte Schwachstellen und veröffentlicht entsprechende Patches. Diese solltet ihr zeitnah installieren, auch wenn ihr ansonsten lieber wartet. Die Updatebeschreibung gibt euch meist einen Hinweis darauf, ob es sich um kritische Sicherheitsfixes handelt oder primär um neue Features und Verbesserungen geht. Gerade bei Schwachstellen, die aktiv ausgenutzt werden könnten, zählt jeder Tag.
Praktische Tipps für die Update-Installation
Bevor ihr ein Update manuell startet, solltet ihr einige Vorkehrungen treffen. Ein Backup über iCloud oder den Computer ist Pflicht – auch wenn Komplikationen selten sind, können sie nie ganz ausgeschlossen werden. Stellt außerdem sicher, dass euer iPhone idealerweise am Ladegerät hängt. iOS empfiehlt oder verlangt dies bei größeren Updates, um Probleme durch Stromschwankungen zu vermeiden.
Plant genügend Zeit ein. Die Dauer von Updates kann je nach Gerät, Netzwerkgeschwindigkeit und Update-Größe variieren. Wählt also einen Moment, in dem ihr auf das Gerät verzichten könnt – vielleicht beim Kochen, während einer Serie oder beim Sport. Nichts ist frustrierender als ein halbfertiges Update, wenn ihr eigentlich los müsst.
Die Philosophie hinter Apples Update-Politik
Es lohnt sich, kurz zu verstehen, warum Apple überhaupt auf automatische Updates setzt. Das Unternehmen hat ein großes Interesse daran, dass möglichst alle iPhones auf aktuellen Softwareversionen laufen. Das vereinfacht die Entwicklung von Apps, reduziert Sicherheitsrisiken im gesamten Ökosystem und ermöglicht es Apple, ältere Versionen schneller aus dem Support zu entfernen. Mit der Reaktivierung automatischer Updates in iOS 18.4 will Apple vor allem Geräte schützen, die über längere Zeit nicht aktualisiert wurden.
Für Nutzer, die sich nicht mit Technik beschäftigen wollen, ist die Automatik ein Segen. Sie müssen sich um nichts kümmern und profitieren trotzdem von neuen Features und Sicherheitsverbesserungen. Für technikaffine Anwender ist die manuelle Kontrolle aber oft die bessere Wahl – weil sie wissen, was sie tun, und die Entscheidung bewusst treffen möchten. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, es kommt auf eure persönlichen Vorlieben an.
Wenn Updates nicht erscheinen
Manchmal kommt es vor, dass ein angekündigtes Update auf eurem iPhone nicht auftaucht. Das kann verschiedene Gründe haben. Ältere Geräte werden ab einem gewissen Punkt nicht mehr mit neuen iOS-Hauptversionen versorgt – ein iPhone 6s bekommt beispielsweise kein iOS 16 mehr. Außerdem rollt Apple Updates manchmal gestaffelt aus, sodass nicht alle Nutzer gleichzeitig Zugriff haben.
In solchen Fällen hilft Geduld. Wenn ihr sicher seid, dass euer Gerät das Update eigentlich bekommen sollte, könnt ihr das iPhone neu starten und erneut nach Updates suchen. Manchmal löst das Probleme mit dem Update-Server. In hartnäckigen Fällen kann auch das Zurücksetzen der Netzwerkeinstellungen helfen, allerdings müsst ihr danach alle WLAN-Passwörter neu eingeben.
Die Entscheidung zwischen automatischen und manuellen Updates ist eine Frage eurer persönlichen Präferenzen und eures Alltags. Die manuelle Kontrolle gibt euch mehr Flexibilität und die Möglichkeit, Updates zu einem Zeitpunkt einzuspielen, der wirklich passt. Gleichzeitig müsst ihr daran denken, regelmäßig nachzuschauen – sonst verpasst ihr womöglich wichtige Sicherheitsupdates. Probiert aus, was für euch besser funktioniert, und passt die Einstellungen entsprechend an. Gerade nach größeren iOS-Updates wie 18.4 lohnt sich ein Blick in die Einstellungen, um sicherzugehen, dass eure bevorzugte Konfiguration noch aktiv ist.
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