Der fatale Fehler den 90% beim Besen machen – So wird er nie wieder stinken

Der Besen ist eines der ältesten Werkzeuge der Menschheit. In fast jedem Haushalt steht er griffbereit, häufig benutzt, aber kaum beachtet. Dabei ist er ein stiller Sammler von organischem Material – Staub, Hautpartikeln, Haaren, Pflanzenresten und Feuchtigkeit. Unter bestimmten Bedingungen verwandelt sich diese Mischung in den idealen Nährboden für Mikroorganismen. Das Resultat: ein muffiger, feuchter Geruch, der auch in sauberen Räumen penetrant bleibt.

Der Ursprung dieser Gerüche liegt weniger im Staub selbst als in mikroskopischen Prozessen. Bakterien und Schimmelsporen erzeugen charakteristische Gerüche durch ihre Stoffwechselaktivität. Diese Mikroorganismen, die sich zwischen den Borsten einnisten, zersetzen organische Rückstände durch komplexe biochemische Prozesse. Feuchtigkeit beschleunigt diesen Vorgang erheblich, indem sie für Sauerstoffmangel und anaerobe Bedingungen sorgt. Selbst Modelle mit synthetischen Borsten sind davon betroffen: Kunststoff speichert Feuchtigkeit in feinen Rillen und trocknet nur langsam.

Ein einfaches Ausschütteln genügt daher nicht. Die Geruchsbildung im Besen ist ein mikrobiologisches Problem, das physikalisch und chemisch verstanden werden sollte. Bereits nach wenigen Tagen der unsachgemäßen Lagerung können sich mikroskopische Kolonien bilden, die für charakteristische Gerüche verantwortlich sind.

Feuchtigkeit und organische Rückstände: der perfekte Nährboden

Ein Besenborstenbündel stellt eine Kombination aus kapillaren Strukturen und mikroskopischen Hohlräumen dar. Sobald feiner Staub und Feuchtigkeit hineingelangen, bilden sie eine dünne Schicht mit hoher Nährstoffdichte. Besonders kritisch wird es, wenn die Borsten nach der Reinigung oder nach Feuchtarbeiten zusammengepresst werden. Ohne ausreichende Luftzirkulation statt Verschluss bleibt die Restfeuchte eingeschlossen – ein idealer Zustand für bakterielle Aktivität.

Verschiedene Mikroorganismen produzieren unterschiedliche Geruchsverbindungen. Organische Substanzen werden von Mikroorganismen abgebaut, wobei flüchtige Verbindungen entstehen, die wir als unangenehme Gerüche wahrnehmen. Neben biologischem Abbau spielt die Oberflächenbeschaffenheit eine wichtige Rolle. Naturborsten aus Pflanzenfasern wie Kokos oder Arenga sind hygroskopisch, das heißt, sie nehmen Wasser aktiv auf und geben es nur langsam wieder ab. Kunststoffborsten hingegen speichern Feuchtigkeit passiv in Mikrovertiefungen.

Wer einen Besen nach dem Kehren feucht abspült und sofort in einen geschlossenen Schrank stellt, schafft die ideale Umgebung für Geruchsbildung – und möglicherweise auch für Schimmelwachstum. Diese Beobachtungen decken sich mit allgemeinen Erkenntnissen über Feuchtigkeitsmanagement in Haushaltsgegenständen.

Den mikrobiologischen Kreislauf stoppen

Die Lösung liegt nicht im gelegentlichen Reinigen, sondern in Routine, Physik und Temperaturkontrolle. Ein Besen muss trocknen können wie ein Textil. Das Ziel ist vollständige Austrocknung der Borsten und gleichzeitige Reduzierung der mikrobiellen Belastung:

  • Niemals in geschlossene Räume stellen – Ideal ist eine Wandaufhängung, bei der die Borsten frei hängen und von allen Seiten belüftet werden
  • Thermische Behandlung – Ein kurzes Eintauchen in sehr heißes Seifenwasser löst fetthaltige Partikel und kann die Keimzahl reduzieren
  • Mechanisches Ausschlagen – Nach jeder Nutzung sollten Staubreste durch kräftiges Anschlagen im Freien entfernt werden
  • Regelmäßige Reinigung – Warmes Seifenwasser oder eine Mischung aus Wasser und etwas Essig hilft gegen Fettrückstände
  • Trocknen mit Sonnenlicht – UV-Strahlung besitzt nachweislich antimikrobielle Eigenschaften

Optisch mag ein Besen lange gepflegt wirken, doch mikrobiologische Veränderungen sind oft nicht sichtbar. Nach längerer intensiver Nutzung können sich zwischen den Borstenansätzen komplexe mikrobielle Gemeinschaften etablieren, die sich nur schwer wieder entfernen lassen.

Ätherische Öle: Duftträger oder Problemverstärker?

Viele Ratgeber empfehlen, ätherische Öle auf die Borsten zu geben, um unangenehme Gerüche zu überdecken. Das kann funktionieren – oder das Problem verschlimmern. Zitrusöle enthalten Monoterpene wie Limonen, denen antimikrobielle Eigenschaften zugeschrieben werden. Wird jedoch ein zu konzentriertes oder harzreiches Öl verwendet, etwa Teebaum oder Zeder, können sich klebrige Rückstände bilden.

Die beste Methode besteht darin, ätherische Öle immer verdünnt einzusetzen – idealerweise in einem Reinigungsgemisch aus Seifenwasser. Einige Tropfen auf einen Liter warmes Wasser sind völlig ausreichend. Nach dem Abspülen sollte der Besen vollständig getrocknet werden, bevor er wieder benutzt wird.

Raumklima und Lagerung beeinflussen die Geruchsbildung

Ein Besen ist Teil eines Mikroökosystems, das auch vom Raumklima beeinflusst wird. Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent, Kondensation an kalten Wänden und fehlende Luftbewegung begünstigen die dauerhafte Restfeuchte an den Borsten. Viele Menschen lagern den Besen in einem Putzschrank neben Wischeimern und Reinigungsflaschen – geschlossen, feucht und ohne Luftzirkulation.

Eine bessere Lösung: den Schrankboden offen oder perforiert gestalten, damit Luft ein- und austreten kann. Alternativ lässt sich der Besen an einer Wandhalterung platzieren – ein kleiner Eingriff mit potenziell großem hygienischem Nutzen.

Wann Reinigung nicht mehr genügt

Jenseits der Reinigungsroutinen bleibt ein Fakt bestehen: Besen sollten alle drei Monate gewaschen werden. Selbst bei konsequenter Pflege ist es ab einem gewissen Punkt effizienter, den Besen zu ersetzen, als ihn weiter zu restaurieren. Die strukturelle Integrität der Borsten nimmt mit der Zeit ab. Borstenenden fransen aus, Mikrorisse bilden neue Hohlräume, und selbst kleinste Splitter können wie Kapillaren für Feuchtigkeit wirken.

Dabei geht es weniger um sichtbare Sauberkeit als um potenzielle mikrobielle Belastung. Wer auf glatten Oberflächen oder in Küchenbereichen kehrt, sollte die hygienische Qualität des Besens genauso ernst nehmen wie die der Schwämme und Lappen.

Praktische Strategie für dauerhafte Frische

Ein kontinuierliches System wirkt besser als spontane Aktionen. Die Kombination aus regelmäßiger Trocknung, periodischer Reinigung und korrekter Lagerung kann nicht nur einen frischen Geruch gewährleisten, sondern auch die Lebensdauer des Besens verlängern.

Ein erprobter Haushaltsrhythmus: Nach jeder Nutzung kräftig ausschlagen und kopfüber an der Luft trocknen lassen. Einmal pro Woche gründlich mit warmem Seifenwasser ausspülen, eventuell mit einem Teelöffel Essig oder etwas Natron. Alle zwei Wochen können die Borsten für zehn Minuten in heißem Wasser mit ätherischem Öl eingeweicht werden – maximal drei Tropfen pro Liter, um Rückstandsbildung zu vermeiden.

Eine halbjährliche Überprüfung des Materials hilft dabei, den optimalen Zeitpunkt für einen Austausch zu bestimmen: ausfransende Borsten, verfärbte Komponenten oder dauerhafte Gerüche trotz regelmäßiger Pflege deuten auf fortgeschrittenen Verschleiß hin.

Warum Geruchsfreiheit mehr als Sauberkeit bedeutet

Ein frischer Besen trägt nicht bloß zu einem angenehmen Geruch bei. Er kann aktiv die mikrobielle Belastung im gesamten Raum beeinflussen. Jeder Kehrvorgang ist ein Transportprozess: Was auf dem Boden liegt, gelangt zwischen die Borsten – und beim nächsten Einsatz potenziell wieder auf den Boden. In einem Haushalt mit Kindern, Haustieren oder Allergien kann dieser Kreislauf spürbare Auswirkungen auf die Raumqualität haben.

Geruchsneutralität ist also ein Indikator für hygienische Stabilität. Wo nichts riecht, läuft auch kein aktiver Zersetzungsprozess ab. Der Aufwand, einen Besen nach jeder Nutzung auszuschütteln, mag gering erscheinen – seine langfristige Wirkung auf die Raumhygiene kann jedoch erheblich sein.

Die mikrobiologischen Grundlagen der Geruchsbildung sind wissenschaftlich gut dokumentiert. Mikroorganismen produzieren durch ihre Stoffwechselaktivität charakteristische Geruchsverbindungen – ein Mechanismus, der auch bei Haushaltsgegenständen wie Besen zum Tragen kommt. Ein Werkzeug, das neutral riecht, arbeitet nicht nur effektiver, sondern trägt auch zu einem gesünderen Raumklima bei.

Die Kombination aus mechanischer Reinigung, thermischer Behandlung, kontrollierter Trocknung und sachgerechter Lagerung folgt wissenschaftlich fundierten Prinzipien der Hygiene und Materialerhaltung. Ein systematischer Ansatz zur Besenpflege verbindet traditionelle Haushaltsführung mit modernem Verständnis mikrobieller Prozesse – und macht den Unterschied zwischen einem vernachlässigten und einem professionell gepflegten Haushaltsgerät aus.

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